Motorrad Markt ist von den Jahreszeiten unabhängig

Das Motorrad ist ein Erfolgsmodell auf allen Nah- und Fernverkehrsstraßen – aber das rasante Zweirad hat seine Saison vom Frühjahr bis zum Spätsommer. Auf dem Motorrad Markt hingegen kennen Liebhaber keine Jahreszeiten.

Das Motorrad ist ein Zweirad, mit dem in der Regel zwei Personen reisen können: der Mann (oder die Frau) am Lenker und der Mann (oder die Frau) auf dem Beifahrer-Sitz. Selten geworden sind Beiwagen, neben dem Kraftrad montierte, eher gemütliche Sitzschalen, in denen der Beifahrer offensichtlich gut aufgehoben ist. Auf Autobahnen wirken diese Gefährte ein bisschen behäbig, und auf alle Fälle stehen sie nicht für die Kategorie jener rasanten Flitzer, die sich alle Jahre wieder spätestes zum Frühlingsanfang auf Nah- und Fernverkehrsstraßen vermehren wie das Unkraut am Straßenrand.

Das Motorrad hat seine Saison, denn ungeschützt sind seine Nutzer allen Windböen und Regengüssen ausgesetzt – gegen den Schüttelfrost am Ende einer langen Tour durch November-Nebel oder über Januar-Glatteis mögen zwar Tee mit Rum oder Rum mit Tee erfolgreich wirken, aber überzeugend ist das Rezept nicht. Die beste Zeit für das Motorrad beginnt im März und endet im Oktober, und anschließend beherrscht das Auto das Revier. Da sitzt man, auf vier Rädern sowieso viel sicherer unterwegs als auf zweien, unter Dach und Fach und kuschelt sich im behaglich beheizten Innenraum in die Polster.

Aber was für das Motorrad gilt, gilt noch lange nicht für den Motorrad Markt. Er hat keine Saison; er blüht zu allen Jahreszeiten. Man kauft und verkauft – sozusagen rund um die Uhr.

Im Herbst legt mancher Fan seine Maschine still oder verkauft sie an einen anderen Liebhaber – und fiebert der neuen Saison entgegen. Die bringt dann mit den ersten lauen Lüften die Lust am ungebremsten Fahrvergnügen auf dem Kilometerfresser, am Treffen mit der Clique und am Blick auf den Motorrad Markt wieder. Eine neue Maschine muss her: eine nagelneue oder eine schon eingefahrene? Ein deutsches Modell oder eines aus Amerika? Oder eine vom expandierenden japanischen Markt?

Die Geschichte des Erfolgsmodells „Motorrad“ begann Ende des 19. Jahrhunderts fast zeitgleich in Deutschland und Frankreich sowie in den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort konnten sich vor dem Ersten Weltkrieg die größten Unternehmen zur Herstellung der beliebten Zweiräder etablieren, wobei die Einführung der Fließband-Produktion weitgehend zum Erfolg der Herstellerfirmen beitrug. Nach dem Zweiten Weltkrieg eroberten deutsche Hersteller zunehmend den Motorrad Markt, aber mittlerweile haben sie eine starke Konkurrenz in Japan gefunden.

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